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Billig! Will ich! - Nicht in Kanada! Discounter wie in Deutschland üblich (Aldi, Lidl etc...) sucht man in Kanada vergebens. Lebensmittel sind im Durchschnitt etwas teurer als in Deutschland, Non-Food Artikel dafür oft um einiges günstiger. Anders als beim deutschen Discounter gibt es hier in den Lebensmittelmärkten (Grocery Store, Supermarket) aber so ziemlich Alles was der Mensch zum Überleben braucht und in den Supermärkten (Superstore, Hypermarkets) auch noch das, was er nicht braucht. Aber auch hier in Kanada kann man Lebensmittel günstig einkaufen, einmal über die Menge und wenn man die wöchentlichen Werbeangebote studiert.
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Wer die Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes in Deutschland noch genossen hat, wird hier in Kanada entweder positiv oder negativ überrascht sein. Das ist einfach abhängig wohin es einen verschlägt. Ladenöffnungszeiten werden hier kommunal geregelt, und innerhalb dieser Regelung kann dann jedes ansässige Geschäft machen was es will. In Ballungszentren wie Toronto sind Lebensmittelmärkte (z.B. Sobeys) 24 Stunden, 7 Tage die Woche rund um die Uhr offen, in Edmonton hatte Sobeys im April 2010 noch von 8.00-22.00 Uhr geöffnet seit Mai 2010 sind die meisten Märkte jetzt von 6.00-24.00 Uhr geöffnet. Wal-Mart und Superstore haben in der Adventszeit auch 24 h täglich geöffnet. In allen grösseren Städten haben alle Geschäfte 365 Tage im Jahr offen, Sonntag gibt es nur im Kalender. In der Pampa / Provinz sind die Kernöffnungszeiten eher 9.00-21.00 Uhr und viele kleinere Läden haben in kleinen Städten wie z.B. Stettler, AB sogar Sonntags und Montags geschlossen.
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Eine verblüffende Besonderheit in kanadischen Handel sind diverse Ketten, welche seit über 100 Jahren in Kanada bestehen und welche mit ihrer katastrophalen Sortimentsstruktur in keinem anderen Land der Welt geschäftsfähig wären. Ein Vertreter dieser Gattung wäre “Zellers” (Hudson Bay Company) welche nach Eigenwerbung alles von “A - Z” im Sortiment haben. Ebenso ist es gewöhnungsbedürftig, das wenn man ein Kaufhaus (The Bay) oder Elektromarkt (Futureshop) besucht auf 1 Kunden 3 Kundenberater kommen.
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Apotheke, nein Danke. Hier in Kanada holt man seine Medikament in der Pharmacy und das besonders tolle daran ist, das es die in fast jedem grösseren Lebensmittelmarkt, in jedem Supermarkt und in jedem Drogeriemarkt eine Pharmacy gibt. Viele Sachen die in Deutschland nur gegen Rezept zu haben sind, werden hier sowieso frei im Supermarkt verkauft und in der Pharmacy gibt es dann wirklich nur die Hammermittel wie Antibiotika, anderes morphinhaltiges Zeug und was Ärzte sonst noch so verschreiben wenn die Hausapotheke nicht mehr hilft. In Deutschland muss man sich z.B. Dolormin Extra (Ibuprofen 400 mg) vom Apotheker reichen lassen und kann wählen zwischen 10er, 20er oder 30er Pack, für 8, 12 oder 16 Euro. Hier nimmt man sich Modrin Extra Strenght (Ibuprofen 400 mg) aus dem Supermarktregal. Entweder 32er Pack für 4.99 CAD, den 120er Pack für 9.99 CAD oder wer den Werbepreis mag, den 200er Pack für 16.99 CAD. Wenn man die Packung leer hat, spürt man keinen Schmerz mehr!
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Mallshopping ist in Kanada besonders in den langen Wintermonaten angesagt. Typisch europäische Einkaufstrassen sucht man hier in Kanada vergeblich. Wer viele Geschäfte haben will geht in eine Mall oder ein Shopping Gebiet wo sich mehrere Outlet-Stores ballen. Bestes deutsches Beispiel wäre Metzingen, hier in Edmonton nenne wir es South Common. Ein Non-Plus-Ultra des Mallshoppings ist die West-Edmonton-Mall, welche bis 2004 von der Verkaufsfläche die grösste Mall der Welt war, aber jetzt nur noch auf Platz 6 rangiert. Von der Gesamtfläche des Komplexes, mit Spassbad, Kino und Freizeitpark ist sie allerdings immer noch die grösste der Welt. Egal ob kleine oder grosse Mall, für so ziemlich alles, in fast jedem Store muss man mehr zahlen, als wenn man den selben Artikel in einem Laden ausserhalb einer Mall kauft, Mall’s sind gut zum bummeln, aber schlecht um ein Schnäppchen zu machen, ausserdem haben Mall’s auch eher “eingeschränkte” Öffnungszeiten West-Edmonton Mall Mo-Sa 10-21 Uhr, Sonntag 11-17 Uhr.
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Wer Einkaufsvielfalt mit lauter kleinen Fachgeschäften sucht, wie man es von einer deutschen Hauptstrasse gewohnt ist, wird von Kanada enttäuscht. Der Handel ist fest in der Hand grosser Ketten, egal ob es um Restaurants (Boston Pizza, Red Lobster), Fast-Food (McDonalds, A&W), Lebensmittel (Safeway, Wal-Mart), Bekleidung (Old Navy), Multimedia (Futureshop, Best Buy) Autozubehör (Canadian Tire), Matratzen (Sleep Country) oder was auch immer geht. Wer hier eine erfolgreiche Geschäftsidee hat, versucht nicht etwa sich ein Leben damit zu machen, sondern diese Idee an den Meistbietenden zu verkaufen und/oder ein Franchise Konzept daraus zu entwickeln. Das führt dazu, das so ziemlich jedes Einkaufsgebiet in Kanada mehr oder minder gleich aussieht. Man hat einen Tim Hortons, Mc Donalds, Extreme Pita, Canadian Tire, Zellers, Wal-Mart, Blockbuster, Shoppers Drug Mart und noch einige andere Ketten und wenn man in so einem Einkaufsgebiet ist, fällt es schwer zu sagen ob man in Edmonton, Leduc, Camrose, Calgary, Toronto oder sonstwo in Canada ist denn ist sieht alles irgend wie gleich aus. Wer europäisches Flair sucht, sollte Montreal oder Quebec City besuchen.
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Anders als in Deutschland, wo alle Preise Brutto-Preise sind (inkl. Steuern) kann man hier in Kanada schon so sein Überraschungen erleben, weil bis auf Benzinpreise alle Preise Netto-Preise sind. Hier in Kanada ist die landesweite Mehrwertsteuer (Goods and Service Tax GST) 5%. Jede Provinz kann dazu noch ihre eigene Mehrwertsteuer (Provincial Sales Tax) PST aufschlagen. Statt GST + PST gehen aber immer mehr Provinzen dazu über, die ganze Sache zu kombinieren als die sogenannte Harmonized Sales Tax (HST), wo alle Einnahmen in einen grossen Topf gehen und dann nach einem Schlüssel zwischen Land und Provinzen aufgeteilt werden. Beim Einkauf in den Provinzen muss man also noch mit folgenden Aufschlägen auf den Preis rechnen: Alberta 5%, Sakatchewan 10%, British Columbia, Manitoba 12%, Quebec 12,875% welche aber bis 2012 auf 14,975% ansteigen wird. In Ontario, New Brunswick, Newfoundland & Labrador sowie Nova Scotia muss man mit 13% Aufschlag rechnen und auf Prince Edward Island sind es sogar 15,5%. Lebensmittel sind in Alberta von der Mehrwertsteuer befreit! Ausserdem kommen dann noch je Provinz verschiedene, ich nenne sie “funny” (lustige) Gebühren obendrauf. Hier 3 Beispiele aus Alberta: - Sony Bravia 42” HDTV Flat-Screen $ 799 CAD Regalpreis + $ 25 Recycling Fee + 5% Tax = $ 865,20 CAD (immer noch viel billiger als in Deutschland) - 24er Pack Nestle Wasser 500 ml $ 3.50 CAD Regalpreis + 24 x $ 0.10 Pfand + 24 x 0.02 Recycling Fee = $ 6,38 CAD - 50er Spindel CD-Rohlinge Maxell 700 MB 52x Speed $ 17.99 CAD Regalpreis + 50 x $ 0.29 Canadian Copyright Fee + 5% Tax = $ 34.12 CAD (Da ist Deutschland viel billiger 9,99 Euro)
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Bier und Spirituosen gibt es anders als in Deutschland nicht im normalen Handel. Dafür ist die Prohibition noch nicht lang genug vorbei. Um hier in Nordamerika Alkohol zu verkaufen braucht man eine Liquor Lizenz und so gibt es z.B. in Ontario Bier nur im Beer-Store und harte Sachen nur im Liquor Store. In Alberta ist das alles in einem Store zusammen gefasst. Anders als in Deutschland bekommt man dafür aber in Supermärkten (Wal-Mart, Canadian Tire) Schusswaffen und scharfe Munition wenn auch nur gegen Lizenz.
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Einer der grössten Unterschiede beim Einkaufen zwischen Deutschland und Kanada sind die Werbepreise. Da kosten in Deutschland z.B. Iglo Fischstäbchen 1.99 Euro und sind dann im nächsten Werbe-Flyer für 1.99 Euro oder schlimmer für 2.19 Euro im Angebot, Big Deal! Super Ersparnis oder wie ich mit kaufmännischen Hintergrund sage, Kundenverarsche. Hier in Kanada ist es genau anders herum, hier ist die Kundenverarsche in der Woche vor dem Werbeangebot 900g Maxwell Cafe $ 9.99 ab Samstag dann im Angebot für $ 4.95 CAD und das aller 3 Wochen. Deswegen, auch wenn Lebensmittel auf dem ersten Blick in Kanada teuer erscheinen, immer jede Woche die Werbeangebote studieren! Nach einem halben Jahr kauft man dann auch nicht mehr alles auf Vorrat, weil man genau weiss wann der benötigte Artikel wieder in der Werbung sein wird. Aber auch Werbung ist nicht gleich Werbung. Der eine hat z.B. Coca-Cola in der Werbung 24 Pk für $ 6.99, ohne Frage ein guter Preis, aber meist hat irgend ein anderer Wettbewerber dann 3 x 12 Pk für $ 10.00.
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Tip oder No Tip? Das ist die Frage hier, wem steht Trinkgeld zu und wem nicht? Wie hoch sollte Trinkgeld überhaupt sein? In Deutschland mehr eine Höflichkeitsform, weil ja jeder sein Festgehalt bekommt wird hier auch gegenüber den Touristen immer noch mit dem Mythos gespielt, das Bedienungen in Restaurants auf das Trinkgeld der Kunden angewiesen sind und nur dadurch überleben. Das stimmt so nicht. Je nach Provinz gibt es eine für ALLE! Berufsgruppen gültigen Mindestlohn. Hallo Deutschland, mal aufwachen bitte, Kanada hat Mindestlohn und auch die USA. Der Minimumlohn in Alberta liegt momentan bei $ 8.80 was nicht die Welt ist, aber sogar McDonalds muss hier mind. $ 13.50 die Stunde zahlen um überhaupt Mitarbeiter zu finden. Anders als die Reiseführer hier meine persönliche Tip-Empfehlung. Restaurantbesuch: 5-12%, wenn der Service schlecht ist, einfach gar nichts geben, war es unübertrefflich kann es auch mehr sein. Achtung! Viele Bedienungen sehen von dem Trinkgeld, wenn mit Kreditkarte gezahlt keinen Cent! In einigen Restaurants (Dannys) zahlt man z.B. am Ausgang nicht bei der Bedienung. Am besten der Bedienung beim Abräumen einen Schein zustecken. Viele argumentieren, das der Tip so hoch sein soll weil er geteilt wird, 1% geht an das Management, 1 % geht an den Koch... usw. Das Essen in den meisten Restaurants ist Fliessband-Essen, weil ja fast alle Restaurants nur Franchises sind, und manchmal ist das Essen sogar von richtig schlechter Qualität. Wieso soll ich einem völlig unqualifizierten “Line Cook” der nur mein tiefgefrorenes Essen erwärmt betippen und er auf der anderen Seite versucht mich umzubringen? Wieso soll der Manager einen Anteil vom Tip bekommen, wenn er sich doch schon den Gewinn in die eigene Tasche steckt? Taxifahrer: Betrag auf vollen Dollar aufrunden. Taxifahrer sind Scheinselbstständige welche ein Taxi subleasen und weitestgehend in ihre eigene Tasche wirtschaften. Barbeträge schleusen sie weitgehend an der Steuer vorbei, die Fahrzeuge sind im unteren Sicherheitsstandard und Service gibt es selten. Bars & Clubs rechnen schon lange nicht mehr mit dem Trinkgeld der Kunden, da es kaum einer zahlt. Kein Wunder wenn ein Bier für $ 5 CAD über den Tresen geschoben wird, was man im Liquorstore um die Ecke für ein Viertel des Preises bekommt. Fast-Food-Kette / Drive Through: Policy in den meisten Ketten ist, das es dem Mitarbeiter ausdrücklich untersagt ist Trinkgeld anzunehmen, wenn man also unbedingt zahlen will, geht das meist nicht an die Bedienung, sondern an die Aktionäre des Unternehmens. Kofferträger: Viel ist die Rede, das Kofferträger $ 1 pro Gepäckstück erwarten. Welche Kofferträger? Gepäckwagen kosten in Toronto $ 2 und sind direkt ab der Gepäckausgabe erhältlich, werden aber ab und an von den Kofferträgern sabotiert um an Kunden zu kommen. Viele kleinere Airports, haben die Gepäckwagen kostenlos im Angebot und Kofferträgern Hausverbot erteilt, denn meist bekam man den Koffer nicht gegen $ 1 sondern erst gegen $ 5 pro Gepäckstück zurück. Auch vor Hotels stehen kostenlose Gepäckwagen im Eingangsbereich herum.
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